Ursachen

Wodurch wird Scharlach ausgelöst?

Bei Scharlach, auch Scarlatina genannt handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Streptokokken ausgelöst wird. Befallen werden bei dieser Erkrankung die Schleimhäute des Menschen, Husten, Schnupfen und Erkältungsbeschwerden gehören zu den klassischen Symptomen. Die Ansteckung mit Scharlach erfolgt meist per Tröpfcheninfektion, ein kurzer Kontakt mit einer erkrankten Person reicht in der Regel aus. Ein erkrankter Patient ist ohne medikamentöse Behandlung oftmals bis zu drei Wochen ansteckend, wird die Infektion mit Antibiotika behandelt, ist die Ansteckungsgefahr nach spätestens sieben Tagen gebannt. Nicht immer löst der Befall mit Streptokokken gleich eine Scharlachinfektion aus, auch andere Erkrankungen wie die Mandelentzündung werden von der gleichen Bakterienart ausgelöst. Scharlach befällt überwiegend Kinder, nur selten sind erwachsene Personen von der Erkrankung betroffen. Dies liegt mitunter daran, dass die meisten Erwachsenen bereits gegen Scharlach immun sind, da sie bereits einmal in ihrem Leben daran erkrankt waren. Der Körper baut nach einer überstandenen Scharlachinfektion einen Schutz gegen den Erreger auf, eine Zweitinfektion ist allerdings möglich, wenn sich andere Unterarten der Streptokokken auf den Schleimhäuten ansiedeln.

Scharlach kann auch durch Wunden übertragen werden.

In der Regel erfolgt die Ansteckung mit Scharlach per Tröpfcheninfektion. In einigen Fällen ist es auch möglich, dass der Erreger durch eine Wunde in die Haut des Menschen eindringt und dort zum sogenannten Wundscharlach führt. Diese Form des Scharlachs tritt ohne die typischen Erkältungsbeschwerden auf, vom Infektionsherd aus bildet sich jedoch ein Ausschlag, der sich über den gesamten Körper ausbreiten kann. Ein klassisches Symptom des Wundscharlachs ist die Ablösung der Haut. Auch diese Scharlachart muss mit Antibiotika behandelt werden, wie bei der klassischen Erkrankung auch, wird in der Regel Penicillin gegeben, im Allergiefall muss auch ein vergleichbares Präparat zurück gegriffen werden.

Scharlacherreger kann auch ohne Symptome vorhanden sein.

Nicht jede Person, deren Schleimhäute von Streptokokken befallen sind, zeigt die typischen Scharlachsymptome. In einigen Fällen kommt es trotz Bakterien nicht zur Infektion, die Ansteckungsgefahr ist dennoch vorhanden. In diesem Fall können keine Vorsichtsmaßnahmen bezüglich der Ansteckung getroffen werden, da die betreffende Person meist gar nicht weiß, dass sie den Erreger in sich trägt. Besonders in den Wintermonaten können schätzungsweise bei mehr als 20 Prozent aller Menschen Streptokokken auf den Schleimhäuten nachgewiesen werden. Durch die leichte Übertragung der Bakterien ist es daher möglich, dass insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen sehr viele Menschen gleichzeitig erkranken. Erwachsene die bereits eine Scharlachinfektion durchgestanden haben, können die Bakterien über einen längeren Zeitraum im Körper tragen, ohne dass sie selbst Symptome von Scarlatina zeigen. Treten sie dann in Kontakt zu Kindern oder Menschen die noch nicht erkrankt waren, ist das Risiko einer Ansteckung sehr hoch.

Doppelte Scharlachinfektion durch veränderte Bakterien möglich.

Eine Faustregel besagt, dass jeder Mensch in seinem Leben maximal einmal an Scharlach erkrankt. In der Praxis ist diese Annahme jedoch nicht ganz richtig, da eine Zweitinfektion durch veränderte Bakterien durchaus möglich ist. Streptokokken treten in unterschiedlichen Formen auf, wird eine bereits immune Person von einer anderen Unterart der Bakterien befallen, ist ein erneuter Ausbruch von Scharlach durchaus möglich. Es sind in der Medizin Fälle bekannt, bei denen eine Person mehr als fünf Mal in ihrem Leben an Scarlatina erkrankt ist. Selbst wenn also bereits eine Scharlachinfektion vergangen ist, sind Schutzmaßnahmen vor einer eventuellen Ansteckung sinnvoll. Dies gilt insbesondere für ältere Menschen, Kinder und Personen mit einer geschwächten, körpereigenen Abwehr.

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